Wärmepumpen können Energie aus unterschiedlichen natürlichen Quellen nutzen. Dafür steht uns heute ein differenziertes Angebot von Wärmepumpenarten zur Verfügung:
Sole-Wasser-Wärmepumpen
Hierbei ist die Sole das Medium, welches die Wärme aufnimmt (z. B. Erdwärme) und das Wasser fungiert als Wärmeverteiler (z.B. in den Leitungsrohren der Fußbodenheizung)
Luft-Wasser-Wärmepumpen
Hierbei wird die Wärme aus der Luft entzogen. Zwar ermöglicht diese Art von Wärmepumpe circa 10 % weniger Effizienz als Sole-Wasser-Wärmepumpen, jedoch besteht für den Einsatz auch kein Bohrrisiko und es entstehen weder Kosten für die Bohrung noch für die Flächenkollektoren und für Erdarbeiten.
Abluft-Wasser-Wärmepumpen
Diese Pumpenart entzieht der warmen und verbrauchten Abluft des Hauses die Energie, um das Haus und das Brauchwasser zu heizen.
Durch ein Lüftungssystem (Ventile in den Wänden) strömt zugfrei frische Luft ins Haus und aus Küche, Bad, Gäste-WC, Hauswirtschaftsraum und Esszimmer wird verbrauchte Luft abgesaugt.
Ohne zusätzliche Kosten für eine Lüftungsanlage kommen hierbei die kombinierten Vorteile der Wohnraumlüftung und Wärmepumpen-Heizung zum Tragen.
Im Sommer kann die Luftzufuhr umgeschaltet werden, so dass die Energie nur aus der wärmeren Außenluft entzogen wird und sich dadadurch der Wirkungsgrad auf ca. 1:4 erhöht.
Generelle Erläuterungen zur Wärmepumpen-Heiztechnik:
- Das Funktionsprinzip ist das gleiche wie bei einem Kühlschrank, nur umgekehrt. Bei der Wärmepumpe wird einem Energieträger (Wasser, Luft, Erdmasse) Wärme entzogen und das Gebäude geheizt. Für die notwendige Technik (Lüftungsmotor, Kompressor, Pumpen) wird elektrische Energie benötigt und verbraucht.
- Der Wirkungsgrad (Leistungsziffer) einer Wärmepumpe beträgt ca. 1: 3,5.
- Eine Wärmepumpe kann so aus 1 KWh Strom ca. 3,5 KWh Heizleistung erzielen. D.h. aus 12ct/KWh Stromkosten (spezieller Sondertarif für Elektroheizungen) werden (12ct / 3,5) ca. 3,5ct/KWh Heizleistung (bei Öl ca. 6,5 ct).
- Als Einspareffekt gegenüber einer Öl-, Gas- oder Pelletsheizung ist kein Schornstein und dessen Feger, kein Lagerraum für Öl oder Pellets erforderlich und es fallen keine Gasanschlusskosten an.
- Die Vorlauftemperatur des Heizwassers darf jedoch 35°C nicht übersteigen, da das Verhältnis 1:3,5 bei einer höheren Vorlauftemperatur von z.B. 45 bis 52°C auf 1:1,5 bis 1:1,2 sinkt. Dies hätte zur Folge, dass aus 12ct/KWh : 1,5 (1,2) dann ca. 8 - 10 ct./KWh Heizkosten anfallen, was im Gegensatz zu den Kosten alternativer Energieträger (z.B. Öl, Gas oder Biomasse) unrentabel wäre.
- Daraus folgt : Wärmepumpen benötigen eine Fußbodenheizung mit einer geringeren Vorlauftemperatur als diese bei einer Heizkörperheizung üblich ist.
- Der Nachteil von Wärmepumpen: höhere Anschaffungskosten, die bei etwa 8.000 € bis 12.000 € Mehrpreis gegenüber einer Gas-Brennwerttechnik liegen.
Im speziellen Fall von Sole/Wasser-Wärmepumpen: Bei der Nutzung von Erdwärme ist zusätzlich eine Tiefenbohrung notwendig (Kosten je KW Wärmepumpenleistung ca. 500 € bei 8 KW*500 also ca. 4.000 €). Oder als Erd-Flächenkollektoren, bei denen als erforderliche Kollektorfläche ca. die zweifache Wohnfläche in ca. 1,5 m Tiefe benötigt werden. Für die Kollektoren, den Erdaushub und die Wiederverfüllung werden ebenfalls ca. 4.000 € fällig und man benötigt ein ausreichend großes Grundstück.